Elterngeld


Wer ein Kind bekommen hat, kehrt meist wieder direkt in den beruflichen Alltag zurück. Zudem ist es für Kinder, die jünger als ein Jahr alt sind, nahezu unmöglich, einen Betreuungsplatz zu bekommen. Daher gibt es das Elterngeld, mit dem der Verdienstausfall ausgeglichen wird. Doch was heißt Elterngeld genau und wie lange wird es gezahlt? Wer hat Anspruch darauf? Was sind die Voraussetzungen und wie hoch ist das Elterngeld? Wo wird es beantragt und was bedeutet Elterngeld Plus? Im folgenden Ratgeber gibt es die Antworten auf diese Fragen.

Elterngeld beantragen

Was bedeutet Elterngeld genau?

Eltern bekommen durch die Elternzeit die Möglichkeit, zu Beginn der Erziehung ihres Kindes beruflich zu pausieren, damit das Kind die Betreuung erhält, die es benötigt. Der Lohnausfall, der aus der Kinderbetreuung resultiert, wird zum Teil über das Elterngeld abgefedert, das 14 Monate lang gezahlt wird. Die Eltern können dabei ganz wie gewünscht untereinander aufteilen, wer sich wie lange um das Baby kümmert. Es ist auch möglich, sich alle paar Monate abzuwechseln. Dies wird im Vorfeld festgelegt. Im Nachhinein kann diese Aufteilung einmal ohne Probleme geändert werden, in Härtefällen ein zweites Mal.

Wie lange wird das Elterngeld gezahlt?

Das klassische Elterngeld wird zwölf Monate lang gezahlt. Nehmen beide Eltern für die Betreuung des Kindes eine Auszeit von Minimum zwei Monaten, werden zwei Monate zusätzlich bezahlt. Hierbei wird auch von den „Vätermonaten“ gesprochen. Sie bekommen in diesem Fall 14 Monate Elterngeld. Beim Elterngeld handelt es sich um eine staatliche Förderung für die Eltern. Das Ziel der Bundesregierung besteht darin, die Familien zu stärken. Es soll durch die Zahlung möglich sein, dass sich ein Elternteil zu Hause intensiv um den Nachwuchs kümmern kann und zwar ohne größere Geldsorgen.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Eltern bekommen hierfür bis zu 67 Prozent des weggefallenen Einkommens ersetzt. Für die Berechnung werden bei Angestellten die letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes herangezogen. Bei Freiberuflern und Selbständigen nutzt die Elterngeldstelle das vergangene Wirtschaftsjahr vor der Geburt. Monate ohne Einkommen fließen ebenfalls mit in die Berechnung ein. Das Gleiche gilt für einmalige Zusatzleistungen des Arbeitgebers wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Boni. Die Höhe des Elterngelds beträgt 300 bis 1.800 Euro monatlich. Sie hängt vom Einkommen vor der Geburt ab. Wer vor der Geburt arbeitslos oder ohne Einkommen war, hat Anspruch auf den Mindestbetrag, zum Beispiel Hausfrauen, Schüler oder Studenten. Das Elterngeld wird bei Empfängern von Arbeitslosengeld, die vor der Geburt nicht erwerbstätig waren, als Einkommen gewertet und somit mit den Bezügen verrechnet. Das Elterngeld ist steuerfrei. Abgaben für die gesetzliche Krankenversicherung müssen daraus ebenso nicht gezahlt werden. Elterngeldempfänger bleiben während der Elternzeit dennoch vollständig krankenversichert.

Was bedeutet Elterngeld Plus?

Daneben besteht seit dem Jahr 2015 ein Recht auf Teilzeitarbeit. Wer davon Gebrauch macht, bekommt durch die so genannte ElterngeldPlus-Reform neue Möglichkeiten geboten, um den Elterngeldbezug flexibler zu gestalten bzw. Kind und Beruf zu vereinbaren. Damit können Eltern statt maximal 14 Monate vom Staat bis zu 36 Monate lang Unterstützung erhalten. Eltern können damit die Bezüge des Elterngelds pro Monat halbieren, dafür jedoch über die Dauer, in der es ausgezahlt wird, strecken. Mehr Informationen dazu gibt es auch auf Elterngeld.de.

Wer hat Anspruch auf das Elterngeld?

Das Elterngeld erhalten alle Eltern, egal, ob sie gearbeitet haben oder nicht. Sowohl Mütter als auch Väter haben Anrecht auf das Elterngeld, wenn sie das Kind nach der Geburt selbst betreuen. Ehe- oder Lebenspartner können auch dann Elterngeld beantragen, wenn es sich nicht um ihr leibliches Kind handelt, um welches sie sich kümmern. Auszubildende und Studierende erhalten ebenfalls Elterngeld, wobei die jeweilige Ausbildung nicht unterbrochen werden muss. Die Arbeitszeit darf, falls Elterngeld Plus bezogen wird, pro Woche maximal 30 Stunden betragen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass man sich selbst um das Kind kümmert. Es muss im gleichen Haushalt leben und seinen Wohnsitz oder den Aufenthalt in Deutschland haben. Spitzenverdiener-Eltern, die vor der Geburt zusammen ein jährliches Brutto-Einkommen von derzeit mehr als 500.000 Euro hatten, erhalten kein Elterngeld. Bei Alleinerziehenden ist dies ab über 250.000 Euro der Fall.

Wo und wann kann das Elterngeld beantragt werden?

Für die Einrichtung sind die Bundesländer verantwortlich, wobei es verschiedene Ämter gibt, die dafür zuständig sind. Die Stelle ist meistens beim Versorgungsamt, Amt für Soziales oder Jugendamt angesiedelt. Arbeitssuchende können ihren Antrag in der Regel bei der Arbeitsagentur stellen. Dies sollte grundsätzlich möglichst bald nach der Geburt schriftlich erfolgen, damit das Elterngeld rasch ausgezahlt wird. Der Antrag sollte maximal drei Monate später bei der zuständigen Elterngeldstelle gestellt werden, denn länger wird das Elterngeld nicht rückwirkend ausgezahlt.

Für den Antrag werden neben dem ausgefüllten Formular folgende Bescheinigungen benötigt:

 

  • Geburtsurkunde oder Geburtsbescheinigung vom Kind (beim Standesamt erhältlich)
  • Einkommensnachweise (Steuerbescheid oder Lohnsteuerkarte, bei Selbständigen Ausgaben-Überschussrechnung)
  • Bescheinigung über Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung von der Krankenkasse, dass Mutterschaftsgeld bezogen wird
  • Bescheinigung vom Arbeitgeber hinsichtlich der Arbeitszeit
  • Kopie Personalausweis der Eltern

Fazit: Elterngeld

Das Elterngeld ist eine große finanzielle Stütze für die Eltern, denn es hilft ihnen dabei, dem Baby alle Aufmerksamkeit und Pflege schenken zu können, die es in seinen ersten Lebensmonaten benötigt. Das Elterngeld gleicht die finanziellen Ausfälle aus, die aus dem vorübergehenden Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit resultieren. Um das Familienleben und den Beruf besser vereinbaren zu können, gibt es das Elterngeld Plus, das während des Bezugs den Eltern ermöglicht, in Teilzeit zu arbeiten und die Elternzeit bzw. die Dauer des Elterngelds zu strecken. Die genaue Höhe des Elterngelds wird anhand des Einkommens vor der Geburt berechnet. Der Antrag sollte möglichst schnell nach der Geburt des Kindes abgeschickt werden, da das Elterngeld maximal drei Monate lang rückwirkend gezahlt wird. Im Antrag wird angegeben, welcher Elternteil für wann das Elterngeld beantragt.

Foto: 137645341 – Elterngeld beantragen © Stockfotos-MG


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