Der Kinderwunsch und die Kosten


Dass Kinder Geld kosten, ist eine Binsenweisheit. Doch was kostet ein Kinderwunsch tatsächlich? Und wie lässt er sich finanzieren?

Manche Paare haben Glück: Sie verzichten auf Verhütung und einige Wochen später erfüllt ihnen Mutter Natur den erhofften Kinderwunsch. Anderen ist das Glück natürlich schwanger zu werden jedoch nicht vergönnt. Sie müssen medizinisch nachhelfen. Und dies kann ordentlich ins Geld gehen. In Deutschland sind fast 20% der Paare mit Kinderwunsch betroffen.

Die Kosten für eine künstliche Befruchtung

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine künstliche Befruchtung meist nur anteilig und auch nur für eine bestimmte Anzahl von Versuchen. Meist kommen auch nur verheiratete Paare in den Genuss einer Kostenübernahme und dann auch nur bis zu einem gewissen Alter der Frau. Die Stiftung Warentest hat sich ausführlich mit dem Thema Kostenübernahme für künstliche Befruchtung beschäftigt. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, auf der Website der eigenen Krankenkasse nach den geltenden Bedingungen für Zuschüsse zu schauen oder persönlich nachzufragen. Dass nur verheiratete Paare in den Genuss einer Kostenerstattung kommen, wurde übrigens vom Bundessozialgericht in höchster Instanz bestätigt. Deutschland bleibt sich also auch hier wieder einmal treu, was die Benachteiligung nicht-verheirateter Paare betrifft.

Neben dem Beziehungsstatus spielt das Alter eine wichtige Rolle: Generell können nur Paare auf einen Zuschuss hoffen, wenn die Frau zwischen 25 und 39 Jahren alt ist. Der Mann darf höchstens 49 Jahre alt sein. Die Kosten für eine künstliche Befruchtung schwanken je nach Anbieter und Methode zwischen 200 und 3400 Euro – pro Versuch. Auf Paare können also schnell Kosten in vierstelliger Höhe zukommen. Meist erstatten die Krankenkassen nur 50% der Kosten, in manchen Fällen auch nur 25%. Einige wenige Krankenkassen wie die AOK Hessen und die AOK Bremen/Bremerhaven übernehmen die Kosten dagegen sogar zu 100%.

Wie lässt sich die künstliche Befruchtung finanzieren?

Spielt die eigene Krankenkasse nicht mit oder fallen Paare aus einem der genannten Gründe durch das Raster, müssen sie selbst sehen, wie sie die Kosten für die künstliche Befruchtung aufnehmen. Praktisch ist ein Privatkredit: Damit können mehrere Behandlungen abgedeckt werden. Hat es geklappt und es bleibt noch Geld übrig, kann dieses für die Erstausstattung des Babys und die Einrichtung des Kinderzimmers verwendet werden. Auf Seiten wie Scorekompass lassen sich aktuelle Kreditangebote übersichtlich vergleichen.

Wer keinen Kredit aufnehmen möchte, der kann versuchen, die Summe anzusparen. Doch dies ist gerade für ältere Paare, bei denen die Zeit drängt, oft keine gute Lösung. Bleibt als letzter Ausweg eine künstliche Befruchtung im Ausland: Dies ist einerseits oft günstiger, andererseits sind in vielen Ländern zusätzliche Befruchtungsmöglichkeiten wie die Eizellspende erlaubt, die in Deutschland verboten ist. Wer den Weg ins Ausland plant, sollte jedoch unbedingt darauf achten, sich renommierten Medizinern und Kliniken anzuvertrauen.

Bild: ©istock.com/abezikus


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