Die Babyparty oder „Der Geburtstag vor dem Geburtstag“


Es gibt wohl kaum einen Lebensbereich, der heutzutage nicht in irgendeiner Weise „durchamerikanisert“ ist. Sei es in kulinarischen Angelegenheiten, im Sport, im Automotive Bereich oder was die Feierkultur anbetrifft. So sind auch die Babypartys bzw. die Babyshowers (im Sinne einer „Geschenke-Dusche“) eine genuin amerikanische Tradition, die auch hierzulande immer beliebter wird. Denn wer hätte schließlich nicht gern einen Geburtstag vor dem Geburtstag?

babyparty
Foto: jrsnchzhrs Flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Um genau zu sein, haben die Babypartys ihren Ursprung im viktorianischen Zeitalter. Im Gegensatz zu heutigen Gepflogenheiten, wurden sie ehedem nach der Geburt des Kindes veranstaltet. Es handelte sich um familiäre Gesellschaften, die ausschließlich aus weiblichen Mitgliedern bestanden und im Grunde genommen etwas exklusivere Teerunden darstellten. Die Anwesenden schenkten dem neuen Familienmitglied handgemachte Präsente.

Heute ist die ganze Veranstaltung etwas unreglementierter. Waren es ursprünglich noch eher die besserbetuchten Familien, die sich den Luxus einer Babyparty leisten konnten, und zwecks Abgrenzung gegenüber den „unteren Schichten“ wohl auch unbedingt leisten wollten, sind diese Feten heute ein schichtübergreifendes Phänomen. Neben der egalitäreren Geschlechterverteilung – auch Männer „dürfen“ heute an Babypartys teilnehmen – ist ebenfalls der Zeitpunkt einer Babyparty heutzutage ein anderer: Sie kann entweder zwei bis drei Monate vor oder aber bis zu einem Monat nach der Geburt des Kindes gefeiert werden.

Initiiert werden die Babypartys überwiegend von Familienmitgliedern oder aber von engen Freunden der werdenden Eltern. Sie planen Ort, Verpflegung und Ablauf der Party. Dabei ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Sie können sich überlegen, ob sie die Feier offiziell ankündigen oder sie lieber in Form einer Überraschungsparty inszenieren. Sie denken sich Spiele aus, die für gewöhnlich auf keiner Babyparty fehlen dürfen, backen Kuchen und Torten, laden die Gäste ein und bestimmen, wo die Feier letztendlich steigen soll. Aus praktischen Gründen fällt die Wahl des Ortes dabei meistens auf die Räumlichkeiten der werdenden Mutter, damit diese möglichst wenig Anstrengungen auf sich zu nehmen braucht. Für die Einladungen der Gäste werden entweder selbstgemachte Einladungskarten gebastelt oder aber individuelle Karten im Internet bestellt.

Babyshowers
Foto: Eldriva Flickr.com (CC BY-ND 2.0)

Letzteres erspart natürlich eine Menge Arbeit, so dass mehr Zeit für die Beschaffung der Geschenke und die übrige Organisationsarbeit zur Verfügung bleibt. Was die Geschenke angeht, so werden üblicherweise Schnuller, Cremes, Windeln, Babysitterstunden, Spielzeug und viele andere Baby-Utensilien verschenkt. Die Verpflegung sieht, da die Partys zumeist nachmittags stattfinden, in der Regel Kuchen und Tee sowie gegebenenfalls noch eine Baby-Torte vor. Auch können alkoholische Getränke an die Gäste und nicht-alkoholische an die Mutter verteilt werden. Bei den Spielen ist ebenfalls die Phantasie gefragt. Sind Männer dabei, so können Wickelspiele oder Spiele, bei denen Babyflaschen richtig „zubereitet“ werden sollen, gespielt werden. Dabei treten die Männer in „Eins- Gegen-Eins-Formationen“ gegen einander an. Bei Frauen ist dagegen etwa das „Babybauch-Umfang-Raten“ beliebt. Jede Anwesende muss hierbei den geschätzten Umfang von einer Toilettenpapierrolle abreißen. À propos Umfang: Um die Babyparty noch besser planen zu können, ist es hilfreich genau zu wissen, in welcher Schwangerschaftswoche man sich befindet. Dies können Sie beispielsweise problemlos und einfach mit dem Schwangerschaftswochen Rechner herausbekommen.

Schließlich gilt es für die Organisatoren noch die richtige Deko zu ersinnen und zu installieren. Ist alles hergerichtet, steht einer für alle Beteiligten erfolgreichen Party nichts mehr im Wege.


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