Gesundes Kinderzimmer: Was Sie bei Möbeln, Tapete, Farbe und Bodenbelag beachten sollten


Beim Einrichten des Kinderzimmers möchten baldige Eltern alles richtig machen. Da Neugeborene und Kleinkinder besonders empfindlich auf schädliche Stoffe reagieren, stellt sich schnell die Frage nach schadstoffarmen Bodenbelägen, Tapeten, Farben, Teppichen und Möbeln. In Teppichen und Bodenbelägen können zum Beispiel Weichmacher oder Flammschutzmittel enthalten sein. Diese wirken zum Teil hormonell und können durch hohe Belastungen zu Unfruchtbarkeit führen. Halten sich schwangere Frauen häufig in Räumen auf, in denen Bodenbeläge frisch verlegt wurden, ist das Kind später empfindlicher für Allergien und Atembeschwerden.

Gesundes Kinderzimmer
Foto: Bastien Jaillot unsplash.com (CC0 1.0)

Schadstoffbelastung im Altbau kann hoch sein

Im Altbau können sich asbesthaltige Bodenbeläge befinden. In Dachdämmungen und im Bodenaufbau wurden bereits krebserzeugende Mineralfasern gefunden. Auch Teer in raumnahen Schichten kann krebserregend sein. Daher ist baubiologischer Rat vor einer Sanierung sinnvoll. Gerade auch deshalb, weil früher viel mehr radioaktiv auffällige Baustoffe wie Schlacken oder Bimssteine verwendet wurden.

Das Kind hält sich im Schnitt etwa 19 Stunden im Kinderzimmer auf, um dort zu schlafen, zu lernen und zu spielen. Das Umfeld sollte so natürlich wie möglich sein. Auf Folgendes daher besser verzichten:

  • kunstharzbeschichtete Möbel
  • synthetische Teppiche und Vorhänge
  • konventionelle Dispersionsfarben

Besser sind Massivholzmöbel mit geölter oder gewachster Oberfläche und Leinen- oder Baumwollvorhänge.

Rechtzeitig mit Renovierung beginnen

Im Experteninterview empfiehlt der Baubiologe Stephan Streil natürliche Oberflächen wie Kalk- oder Lehmputz sowie Reinsilikatfarben, Kork und Linoleum. Ebenso sollte auf emissionsarme Kleber und schadstoffreie Teppiche aus Naturfasern geachtet werden. Viele werdende Eltern machen den Fehler, dass sie das Kinderzimmer kurz vor der Geburt herrichten. Die 40. Schwangerschaftswoche ist nicht der idealste Zeitpunkt dafür. Nach der Renovierung sind oft einige Monate lang Schadstoffe in der Luft, die erst nach und nach verschwinden. Daher ist es sinnvoll, so früh wie möglich mit der Renovierung zu beginnen. Ist das Kind den Schadstoffen ausgesetzt, können die Atemwege gereizt und das Immunsystem beeinträchtigt werden.

Elektrosmog im Kinderzimmer vermeiden

Achten Sie beim Babyphone auf ein strahlungsarmes Modell und schalten Sie nachts das W-LAN ab. Entscheiden Sie sich außerdem für abschaltbare und abgeschirmte Netzsteckerleisten.

Schimmel im Kinderzimmer vorbeugen

Wachsen Kinder in schimmelpilzbelasteten Räumen auf, ist die Gefahr für Allergien und Atemwegserkrankungen deutlich höher. An einem Drittel der Allergien sind Schimmelpilze beteiligt. Schimmel lässt sich mit einfachen Methoden vermeiden:

  • möglichst alle Fenster zur gleichen Zeit weit öffnen
  • Durchzug erhöht Effektivität des Lüftens
  • am besten mehrmals täglich Stoß- und Querlüften
  • vor allem nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen
  • im Winter reichen drei Minuten
  • Lüften nach oder während dem Duschen und Kochen

Ein Warmsignal stellen übrigens Silberfische dar. Sie deuten darauf hin, dass es in der Wohnung sehr feucht ist. Kalkputz und Kalk- oder Reinsilikatfarben sind aufgrund der alkalischen Wirkung schimmelpilzhemmend. Außerdem geben diese Materialien keine Schadstoffe ab und verbessern das Raumklima.

Naturnahes Licht im Kinderzimmer

Je mehr Tageslicht ins Zimmer kommt, desto besser. Sind die Fenster südlich oder westlich ausgerichtet, ist ausreichend Tageslicht vorhanden und das Kinderzimmer ist hell und freundlich. Als künstliche Beleuchtung sind Halogenbirnen mit einer hohen Voltzahl empfehlenswert. Diese haben eine naturnahe Leuchtfarbe und keine Auffälligkeiten hinsichtlich Elektrosmog. Nach Möglichkeit geschirmte Kabel und Leuchtmittel verwenden.

 


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