Leben mit behindertem Kind: von der Diagnose zum Alltag


Viele Eltern üben jahrelang für ein Kind. Aber ist es dann endlich soweit, folgt nach der großen Freude oft wieder der Stress, vor allem bei Risikoschwangerschaften – eine Kategorie in die immer mehr Frauen eingeteilt werden. Frauen bekommen immer später Kinder. Mit steigendem Alter der Mutter steigt das Risiko für eine Behinderung beim Kind. Risikoschwangere gehen daher in der Regel häufiger zu Untersuchungen beim Frauenarzt, um eventuelle Auffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen.

leben mit einem behinderten kind

Behinderungen bereits in der Schwangerschaft erkennen

Die erste große Vorsorgeuntersuchung, das Erst-Trimester-Screening findet bereits zwischen der 9. und 14. Schwangerschaftswoche statt. Stattfindende Untersuchungen sind neben der Nackenfaltenmessung auch die Chorionzottenbiopsie, durch die unter anderem das Down-Syndrom frühzeitig erkannt werden kann. 1 von 700 Kindern werden mit dem Chromosomen-Defekt, der auch als Trisomie 21 bekannt ist, geboren. Weitere Möglichkeiten der Frühdiagnostik sind eine Fruchtwasseruntersuchung sowie ein Feinultraschall, die noch mehr Sicherheit geben. Die Fruchtwasseruntersuchung hat jedoch ein Fehlgeburtenrisiko von 1 bis 2 Prozent. Manche Fehlbildungen sind jedoch erst später erkennbar und ein Großteil lässt sich vor der Geburt gar nicht diagnostizieren.

Von der Diagnose zur Bewältigung des Alltags

Viele Eltern erhalten die Diagnose erst bei der Geburt oder noch später und sind erst einmal geschockt. Erst nach und nach lernen sie mit der Behinderung des Kindes umzugehen und erkennen vielleicht auch positive Aspekte. Unterstützung durch Familie, Freunde, Organisationen und Fachpersonal macht es den Eltern leichter und nimmt ihnen viel Arbeit ab. Eltern von behinderten Kindern stehen nicht allein da. Es gibt auch viele öffentliche Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, an die sie sich wenden können. Je nach Art der Behinderung, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Integration des Kindes. Geistige Behinderungen werden oft erst im Laufe der Entwicklung festgestellt. Körperliche Behinderungen sind meist direkt sichtbar.

Änderungen im Leben

Ein Kind ist generell eine große Veränderung im Leben eines Paares. Es stellt das Leben komplett auf den Kopf und nichts ist mehr so, wie es mal war. Alles dreht sich nur noch um das Kind. Bei einem behinderten Kind ist das noch viel extremer. Je nach Art der Behinderung muss eine Therapie besucht, eine Tagesmutter angestellt oder der Job aufgegeben werden. Manche Kinder erhalten Medikamente. Für körperlich Behinderte Kinder sind Treppenlifte eine gute Lösung. Bei einer auswärtigen Betreuung können Treppenlifte im Heim bei Schwerbehinderung das Leben für die Betroffenen einfacher machen.

Geschwister von behinderten Kindern

Trotz der Mehrfachbelastung eines behinderten Kindes sollten Eltern auch die Bedürfnisse der Geschwisterkinder nicht vergessen, die sich aufgrund der besonderen Familiensituation oft zu sehr empathischen Menschen mit hoher sozialer Kompetenz entwickeln.

Foto: Michał Parzuchowski Unsplash.com (CC0 1.0)

 


log in

Become a part of our community!

reset password

Back to
log in