Was ist Milcheiweißallergie?


Von der Milcheiweißallergie oder auch Kuhmilchallergie sind insbesondere Säuglinge und Kinder betroffen. Bei den Erwachsenen kommt sie eher selten vor. Sie heilt oftmals spontan, allerdings ist es erforderlich, eine spezielle Diät einzuhalten. Im folgenden Ratgeber wird alles Wissenswerte dazu erläutert, wo die Ursachen liegen, welche Symptome auftreten, wie die Ernährung bei einer Kuhmilcheiweißallergie aussehen sollte und wie die Milcheiweißallergie vorgebeugt werden kann.

milcheinweissallergie
Bildnachweis: Amanda Jordan unsplash.com (CC0 1.0)

Was ist die Milcheiweißallergie?

Bei der Milcheiweißallergie liegt eine Allergie gegen verschiedene Eiweiße (Proteine) vor, die in der Kuhmilch enthalten sind. Dazu gehören zum Beispiel Kasein und Immunglobuline. Letztere Eiweiße spielen eine wichtige Rolle beim Abwehren von fremden Substanzen wie Krankheitserregern. Die Milcheiweißallergie richtet sich oftmals auch gegen die Milch von Tieren, beispielsweise Ziegen oder Schafe. In vielen Fällen verschwindet die Allergie mit dem Schuleintrittsalter automatisch, sodass die betroffenen Kinder die Milch und Milchprodukte wieder vertragen.

Unterschied zwischen der Kuhmilchallergie und Laktoseintoleranz

  • Laktoseintoleranz: Die Laktoseintoleranz bezeichnet die Unverträglichkeit von Milchzucker, also Laktose. Hierbei wird der Milchzucker nicht verdaut, da das Enzym Laktase kaum oder nicht gebildet wird. Dies führt zu den Verdauungsbeschwerden.
  • Kuhmilchallergie: Bei der Kuhmilchallergie liegt eine allergische Reaktion auf die Eiweiße in der Kuhmilch vor. Sie wird demzufolge durch bestimmte Eiweißfraktionen, die sich in der Milch befinden, ausgelöst.

Die Kuhmilchallergie wird häufig mit der Laktoseintoleranz verwechselt, da beide Erkrankungen von der Kuhmilch ausgelöst werden und ähnliche Symptome zeigen. Mit speziellen Tests kann ein Arzt feststellen, ob eine Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie vorliegt. Zudem kann ermittelt werden, welche Milcheiweiße zu den Beschwerden führen.

Eine Laktoseintoleranz kann unangenehm sein, aber sie ist nicht wirklich gefährlich. Die Kuhmilchallergie hingegen kann je nach Ausmaß bedrohlich werden. Dies ist der Fall, wenn das geschwächte Immunsystem auf das Milcheiweiß völlig überreagiert. Daher ist es wichtig, die Allergie zu erkennen und Kuhmilchprodukte zu meiden.

Welche Ursachen kann eine Milcheiweißallergie auslösen?

Die Ursachen konnten bisher noch nicht vollständig geklärt werden. Ein häufiger Grund ist allerdings, dass ein zu früher Kontakt zum Allergen besteht. Dies kann beispielsweise passieren, wenn ein Kind mit einem hohen Allergierisiko mit einer normalen Säuglingsersatznahrung anstatt hydrolysierter Ersatznahrung gefüttert wird. Je früher das Baby mit der Kuhmilch in Kontakt kommt, umso gefährdeter ist es, allergisch darauf zu reagieren. Auch ist dies häufig der Fall, wenn zu früh Beikost gegeben wird.

Das Auftreten einer Milcheiweißallergie ist zum Teil genetisch bedingt, denn oftmals vertragen auch die Eltern der betroffenen Kinder kein Milcheiweiß. Häufig sind das Immun- und Verdauungssystem noch nicht voll ausgereift und es fehlen Enzyme, die zur Verarbeitung der tierischen Eiweiße benötigt werden. Der Magen-Darm-Trakt ist bei Säuglingen generell sehr sensibel, sodass noch kein vollständiger Schutz vor den verschiedensten Allergenen vorhanden ist.

Welche Symptome können auf eine Kuhmilchallergie hinweisen?

Es gibt drei Hauptgruppen, die betroffen sind: Haut, Verdauungstrakt und Atemwege. Hinzu kommen die allgemeinen Anzeichen. Die Symptome einer Milcheiweißallergie sind sehr vielfältig. Dazu gehören beispielsweise:

Magen-Darm-Symptome:

  • Durchfall oder Verstopfung
  • Erbrechen
  • häufiges Aufstoßen
  • Koliken
  • Sodbrennen
  • Nahrungsverweigerung

Reaktionen der Haut:

  • Hautausschläge
  • Neurodermitis
  • Ekzeme
  • Juckreiz

Symptome hinsichtlich der Atemwege:

  • Atmung ist erschwert
  • Pfeifen ist beim Atmen zu hören
  • Anhaltender Husten
  • Laufende Nase

Allgemeine Anzeichen:

  • Unwohlsein
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Unruhe und Ängstlichkeit
  • andauerndem Schreien des Kindes

Tipp: Hier finden Sie die vollständige Milcheiweißallergie Symptomcheckliste

Babys mit einer Milcheiweißallergie zeigen unterschiedliche Beschwerden. Nicht alle Symptome müssen bei jedem betroffenen Kind auftreten. Genauso kann auch das Ausmaß der Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Milcheiweißallergie vorzubeugen?

Als gute Möglichkeit einer Vorbeugung der Milcheiweißallergie gilt die Ernährung von Säuglingen mit Muttermilch. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt. Ist ein Stillen nur zum Teil oder gar nicht möglich, sollten keine Kuhmilch oder Produkte, die Kuhmilch enthalten, gegeben werden. Dies gilt vor allem für Säuglinge, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, da die Eltern oder Geschwister beispielsweise ebenso von der Milcheiweißallergie betroffen sind oder waren. Dies hilft dabei, dass die frühkindliche Ernährung allergenfrei gehalten wird. Je länger das Baby gestillt wird, desto geringer ist grundsätzlich das Risiko, dass es eine Kuhmilchallergie entwickelt.

Wie sieht die Ernährung von Babys mit einer Kuhmilcheiweißallergie aus?

Je nachdem, wie stark das Ausmaß der Allergie ist, kommt eine allergenarme Spezialnahrung zum Einsatz. Bei dieser ist das Kuhmilcheiweiß stark aufgespalten, sodass es der Körper nicht mehr als dieses erkennt. Wenn es noch nicht ausreicht, steht eine komplett kuhmilchfreie Nahrung zur Verfügung, die auf Aminosäuren basiert. Diese Spezialnahrungen sind in der Apotheke erhältlich.

Die Krankenkassen übernehmen bei einer nachgewiesenen Allergie die Kosten. Die speziellen Nahrungen werden in diesem Fall vom Kinderarzt verordnet. Um den Bedarf des Kindes an Eiweiß und Kalzium zu decken, müssen geeignete Alternativen zur Kuhmilch gefunden werden, beispielsweise Ziegenmilch. Doch es muss geschaut werden, ob sie ebenfalls allergische Reaktionen hervorruft.

In speziellen Fällen muss ein Diätassistent beratend zur Seite stehen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Viele Kinder entwickeln mit der Zeit eine Toleranz gegen die Allergene, die in der Kuhmilch enthaltene sind, sodass keine Diät mehr eingehalten werden muss.

Fazit: Kuhmilcheiweißallergie

Dies waren die wichtigsten Informationen rund um die Milcheiweißallergie. Um trotz der speziellen Diät eine gesunde und ausgewogene Ernährung sicherzustellen, ist eine individuelle Ernährungsberatung empfehlenswert. Die Umstellung ist sehr wichtig, um die zum Teil sehr unangenehmen Beschwerden zu beseitigen. Dies ist nur möglich, wenn die Allergene gemieden werden. Die Milcheiweißallergie ist leider nicht heilbar. Sie klingt allerdings bei zahlreichen Kindern bis zum Alter von etwa sechs Jahren von selber wieder ab. Bis dahin heißt es, dass alle Kuhmilchprodukte vom Speiseplan des Kindes gestrichen werden müssen.


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