Wieviel Taschengeld ist für das Kind angemessen?


Taschengeld

Wieviel Taschengeld für ein Kind angemessen ist, ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Darunter zählen das soziostrukturelle Umfeld, die Einkommensbedingungen in der Familie, die Ausgabenkosten, die Anzahl der Kinder sowie die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Ort. Deshalb stehen die Eltern auch in der Verantwortung, schon der Einschulung genau abzuschätzen, wieviel Taschengeld das Kind in den Jahren erhalten sollte. Wirtschaftliche Preiserhöhungen durch Inflationen schätzen die Eltern kalkulatorisch selbstverständlich nicht genau auf den Cent ein. Doch was bei der Höhe entscheidend wichtig ist, ist die Vermittlung der wirtschaftlich Denkweise, in der das Kind lernt, mit dem Geld vernünftig umzugehen. Das ist im Hinblick auf das Taschengeld keine triviale Angelegenheit und ist eine lebenslanger Prozess.

Warum der Spargedanke bei Kindern wichtig ist

Hohe Verschuldung in jungen Jahren

Ein 22-Jähriger mit Schulden im fünfstelligen Bereich? Eine Handyrechnung einer 19 Jährigen, die bei  500 Euro liegt? Das sind leider keine Ausnahmen, sondern eine Realität, die leider bei einem Großteil der jungen Menschen im Alter unter 30 Jahren in erschreckend großem Maß ausgeprägt ist.

Einer der Hauptgründe liegt im verlockenden Konsumangebot des Umfelds der jungen Leute, die durch die kunterbunte Welt der Werbung erzeugt wird. Sofortkredite für das Auto, attraktive Handyangebote, Partyabend Special Preise für Drinks, Finanzierungsmöglichkeiten durch Ratenzahlungen – mit dem Erwerb der Sachen wachsen die Forderungen und das auf Pump finanzierte Produkt erzeugt langfristig einen hohen Verschuldungsgrad, den die jungen Konsumenten anfangs eher schwer abschätzen, bis sie den hohen Schuldenberg registrieren.

Autotraum Verlockung der Modewelt

Schuld ist aber nicht allein das emotionsgebundene Konsumverhalten der Jugendlichen, die mal auf die Schnelle die neuesten angesagten Klamotten, Multimediageräte und sonstige Massenhype Trends kaufen. Denn mit 18, 19 Jahren, wo möglicherweise die ersten Gehälter durch Nebenjobs, Azubigehälter oder durch den Berufseinstieg üppiger ausfallen,  ist die Neigung zum rational vernünftigen Konsumverhalten unter anderem davon abhängig, ob die Eltern in der Kindheit im Hinblick auf das Kind als Vorbilder dienten.

Rabatte
foto: ©pfatter – FlickR

Bewusster Umgang mit Geld bei den Superreichen

Nehmen wir als Beispiel Bill Gates Sohn: Obwohl der berühmte Vater Milliardär ist, konnte sein Sohn, der damals 14 Jahre war, den Rechner nur für eine bestimmte Zeit nutzen. Der Sohn fragte Daddy natürlich, ob dieser Zustand sein Leben lang so weitergehen sollte. Und Bill Gates wusste genau die Antwort. Denn irgendwann wird der Sohnemann soviel Geld besitzen, dass er sich einen eigenen Rechner kaufen kann. Und der Rechner war etwas, worauf er mit der Zeit und mit seinem  Geld (sofern er mit 18 Jahren nicht gleich die ersten Millionen vom Dad bekam) hinsparen konnte.

Ein anderes Beispiel einer reichen Familie aus Starnberg, beruhend auf einer wahren Gegebenheit: Dem Sohnemann, gefällt das iPhone nicht, da es in Weiß ist. Er beschwert sich bei den Eltern über die Farbe und erhält ein neues iPhone in schwarzer Farbe, ohne was groß dafür getan zu haben. Und das weiße Handy? Das verkauft der Sohn und kassiert die Kohle. Als geschäftstüchtiger Mensch hat er also doppelt Gewinn gemacht. Doch ist der verwöhnte Bengel das Musterbeispiel eines sparsamen Menschen? Wohl eher kaum. Denn er spiegelt den Typ wieder, den die meisten Jungen mit Verschuldung ausmachen: fixiert auf sofortigen Konsum, kein Bewusstsein über den Wert des erworbenen Gegenstands und kein Sinn für das vernünftige Ansparen, um erstrebenswerte Sachen oder Träume zu realisieren.

Umgang mit Geld wird in jungen Jahren vermittelt

Und sinnvoller Umgang mit dem Geld wird in den Kinderjahren dem Kind vermittelt: Natürlich hat das 12jährige Kind Konsumbedürfnisse: es will Nike Schuhe, neue Xbox Games, die neuesten Massenhypetrends. Doch um diese Konsumgüter zu kaufen, muss das Kind lernen, mit dem Geld umzugehen und das Budget so aufteilen, dass es letztendlich investiert wird. Das 12 jährige Kind schmeißt die neuen Schuhe bei Nichtgefallen nicht gleich in die Ecke, sondern hat dafür über die Zeit, wo das Geld angespart wurde, eine Wertschätzung für das erworbene Produkt entwickelt. Es lernt aber auch wichtige Erkenntnisse, u.a. ob die Investition sinnvoll, nützlich oder ohne Nutzen ist und dass das Geld sehr schnell verloren gehen kann. Eltern haben hier die Pflicht, über die Jahre  dem Kind den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Geld zu vermitteln. Und das ist alles andere als eine einfache Aufgabe: Konflikte und Streit sind natürlich vorprogrammiert, wenn das Taschengeld plötzlich aufgebracht ist und der 16jährige Knabe doch mit seinen Kumpels ausgehen will.  Natürlich können die Eltern hin und wieder für Freizeitaktivitäten das Budget etwas erhöhen oder bei Schulreisen dem Kind etwas mehr vorstrecken. Doch das Prinzip Taschengeld sollte die Kinder dazu animieren, zu sparen.

Empfehlung für die Höhe des Taschengelds

Wieviel Taschengeld dem Kind zusteht, sollten die Eltern für sich entscheiden. Hier ist eine Tabelle mit Empfehlungswerten, die aufgrund der genannten Faktoren schwanken können. Hier gilt die Devise: lieber so  wenig wie nötig als übertrieben viel.

5-6 Jahre 4 Euro
7-8 Jahre 4,5 – 6 Euro
9-10 Jahre 6-8  Euro
10-11 Jahre 9-10  Euro
12-13 Jahre 12-14 Euro
13-14 Jahre 20 -25 Euro
15-16 Jahre 30 – 35 Euro
17 Jahre 40-45  Euro
18 Jahre 60 Euro

 

Konsumgüter, die nicht allein vom Kind getragen werden können

Zu den Kosten, die vom Kind nicht allein getragen werden können, gehören Schulsachen, Klamotten, Verpflegungsgeld für Essen und Trinken für die Schule sowie anfallende Kosten für gemeinsame Aktivitäten wie Schulreisen oder der Beitritt im Sportverein. Diese sind von den Eltern in der Regel zu zahlen. Besonders bei Klamotten sollte die Sachen nach Funktion und Qualität ausgesucht als auf Marken zu setzen, wobei Produkte großer Marken natürlich die Qualität aufweisen, die für die Sporthose oder für Laufschuhe oder Winterjacken gegeben sind.

Intensive Gespräche über den Umgang mit Geld

Das Kind darf zwar frei über das Geld verfügen. Doch das bedeutet nicht zwangsweise, dass die Eltern hier wegschauen, was gekauft wird und wofür das Geld ausgegeben wird. Selbst beim Kauf von neuen Schuhen, sind Eltern durchaus als Berater in der Pflicht. Und wird das Geld für Alkoholkonsum und Partys ausgegeben, sollten Gespräche über die Zweckmäßigkeit des Geldes betont werden, und das besonders beim Taschengeld!

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