Das Kind erziehen: Darf ich mein Kind anschreien?


Kind
foto: ©istolethetv – FlickR

Viele Eltern werden sich schon früh die Frage stellen, welche Erziehungsmethoden wirkungsvoll sind, damit das Kind Tugenden wie Disziplin, Gehorsam, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und andere lebenswichtige Persönlichkeitseinstellungen nicht nur eingeimpft bekommt, sondern sie mit Überzeugung durchs Leben im Kopf verankern und ausleben. Natürlich macht das Kind auch Fehler und weicht von Normen und Überzeugungen der Eltern ab. Um das Kind zurechtzubiegen und mit aller Macht das letzte Wort auszusprechen, kommt es im Familienleben aber nicht selten vor, dass Eltern etwas lauter werden und das Kind anschreien. Doch ist diese Erziehungsform angemessen?

Ein Blick in die ferne Kultur nach Asien

In asiatischen Familien, wo der Erfolgsdruck mit Fokus auf die monetären Ziele hochgesetzt sind und Geld sowohl in reichen Familien als auch in ärmeren Familien mitunter eine bedeutsame Rolle spielt, ist ein lauter Ton noch milde ausgedrückt. In Familien kommt es vor, dass Eltern ihren Kindern mit Gewalt, beispielsweise in Form von Bambusstöcken drohen, wenn sie nicht mit guten Zensuren nach Hause kommen. Der Erfolgsdruck soll mit dieser Erziehungsmethode erhöht werden, um das Kind erziehen zu können, so dass es den Normen der Gesellschaft gerecht wird.

In Deutschland ist im §1631 BGB die Gewaltlosigkeit klar geregelt:

(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

Das  bedeutet, dass selbst eine Ohrfeige, ein Klaps auf den Po oder andere körperliche Tätigkeiten gegenüber dem Kind zur Anzeige gebracht werden kann, wenn festgestellt  werden kann, dass die Psyche des Kindes darunter leidet.

Anschreien: Angriff auf die Psyche des Kindes?

Darf man aber hingegen ein Kind anschreien, wenn es etwas verbockt hat und die Eltern zur Weißglut bringt? Die Antwort lautet: Ja, man darf ein Kind anschreien. Allerdings sollte hierbei beachtet werden, dass der Ton im geregelten Maß als elterliche Maßnahme und nicht etwa im Aggressionsrausch oder etwa unter Alkoholkonsum erfolgt, wo der Verstand moralische Bedenken manchmal ausschaltet.

Und es ist notwendig, dass Kinder schon im frühen Kindesalter nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, sondern auch unangenehme Momente erleben, wo Eltern die Kinder in die Schranken weisen. Das ist aus psychologischer Sicht notwendig. Und es ist auch eine kulturelle Frage. In Deutschland sollen Kinder so gefördert werden, dass der Individualismus und die Selbstständigkeit gefördert wird.  Kinder sollen Entscheidungen treffen und für die Konsequenzen verantwortlich sein. Konträre Meinungen zwischen Eltern und Kindern sind immer vorprogrammiert, wo das Kind auch Argumente für seinen Standpunkt sammelt. Doch in der Erziehung haben die Eltern das letzte Wort und der laute Tonfall verdeutlicht die Autoritätsposition der Eltern.

Das heißt aber nicht, dass Eltern ihre Kinder permanent anschreien sollen. Denn das würde die Psyche noch stärker belasten als erwartet. Und es ist alles andere als einfach, Ein Kind erziehen bedeutet auch, ein gewisses Maß an Strenge vorzuleben,

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Comments 1

  1. Urgs – wie lieblos und furchtbar. Anschreien vermittelt also Autorität? Ich kann aus Erfahrung nur sagen: Nein! Anschreien vermittelt Hilflosigkeit und wird irgendwann ignoriert.

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