Sollten Killerspiele verboten werden?


Szene aus Call of Duty

Es ist ein Dauerthema, das sowohl von Fürsprechern als auch von Gegnern heftig diskutiert wird und bis heute zeigen Politiker und Verhaltensforscher keine eindeutigen Statements zur möglichen Gefahr von sogenannten Killerspielen. Reaktive Planbeschlüsse zum Verbot von Videospielen, hauptsächlich Ego Shooter mit Menschen als gegnerische Ziele, blieben bislang in der Verantwortung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Maßnahmen: Die Umgehung der Indexierung der Killerspiele wurde durch die Alterseinstufung durch die USK umgangen. Wer in Elektrofachmärkten nach Spielen sich umschaut, wird die teilweise rötlich umhüllten und abgeschlossen Hüllen bemerkt haben.

Diskussion zu Killerspielen als unmittelbare Reaktion auf Tragödien

Was in den Medien und Nachrichten gelesen werden kann, klingt mehr nach Wunschdenken als nach gut begründeter Argumentation: So vertritt Herr Maas, Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz der Ansicht, »dass diese Welt Killerspiele oder Paintball-Schwachsinn« nicht brauche (Quelle: http://www.gamestar.de/news/vermischtes/3031334/politik.html ) , ohne dabei solche Killerspiele selbst gespielt oder unter die Lupe genommen zu haben.

Die Problematik in dieser ganzen Diskussion ist: alle Gegner wollen die Spiele verbieten, können aber weder argumentieren noch belegen, dass Spiele Einfluss auf die Verhaltensmuster der Kinder ausüben, so dass die schrecklichen Attentate an öffentlichen Orten auf den Einfluss der Games zurückzuführen ist.

Welche Kenntnisse sind aus der Forschung bislang herausgekommen

Inzwischen gibt es diverse Untersuchungen, die durchaus einen Zusammenhang zwischen Konsum von Killerspielen und der Aggressivität junger Spieler. Sehr interessant ist die empirische Studie zur Untersuchung der beiden Zusammenhänge von Ingrid Möller und Barbara Krähe vom Institut für Psychologie an der Universität in Potsdam ( PDF, 188KB). Allerdings zeigen sich Zweifel über die Validität der Ergebnisse. Unterschiedliche Skalierungen der Aggressionsformen werden vernachlässigt. Auch psychologische Aspekte von Persönlichkeiten und das soziale Umfeld werden als externe Faktoren fast komplett ausgeschlossen. Sollte Raserei auf den Straßen verboten werden, wäre der Adrenalinschub demnach einzuschränken, indem einfach Auto-Spiele vom Markt verbannt werden.

Allerdings gibt es auch Untersuchungen, die belegen können, dass solche Spiele Stress abbauen. Nach den Ergebnissen einer von der A&M International Universitydurchgeführte Studie auf http://www.iknowyourgame.de/news/neue-studie-sagt-killerspiele-bauen-stress-und-aggressionen-ab/ wurde festgestellt, dass Killerspiele sogar Aggression abbauen können. Dr. Christoper J.Ferguson argumentiert die Befunde folgendermaßen:

“Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass gewalthaltige Computerspiele Depressionen und feindselige Gefühle beim Spieler durch eine Art Empfindungsmanagement vermindern.”

Diese Forschungsstudien stehen noch am Anfang, könnten aber die These widerlegen, dass gewalthaltige Videospiele Aggressionen zu einem extremen Maß aufbauen, ähnlich wie bei einem Boxsack zum Aggressionsabbau.

 Mehr als eine Frage der Psychologie

 Es gibt eine Szene im Ego-Shooter „Call of Duty – Modern Warfare“, die zu den schockierendsten Gewaltszenen der Videospielgeschichte gehört: Ein Undercoveragent, getarnt als Terrorist musste in der deutschen Version im Level „No Russian“ mit ansehen, wie seine russischen Gefolgsleute schwerbewaffnet einen Flughafen überfallen und alle Passanten in einem Massaker hinrichten. In der ungeschnittenen Version darf der Spieler als getarnter Terrorist sogar auf die Passanten schießen. Selbst unter hartgesottenen Egoshooter Fans ist die Szene besonders grauenvoll und wäre für Gegner von Killerspielen ein gutes Beispiel um ein Verbot auf breiter Ebene durchzuziehen.

Doch welche Hintergründe zur Gestaltung dieses speziellen Levels, war den Programmierern von Activision bewusst: diese wollten die Grausamkeit eines Massakers zum Ausdruck bringen, in der die Notwendigkeit zur Verhinderung der Greueltaten durch die Helden des Spiels stärker betont wird.

Solche Szenen fielen auf dem deutschen Markt durch, was verständlich ist. Doch ist ein Verbot sinnvoll? Die Antwort lautet nein! Videospiele können durchaus Hemmungen für Gewalt abebben lassen, sind aber nicht der alleinige Grund. Denn nicht erst seit der Einführung der Videogames passieren diese schrecklichen Attentate und die Community der Ego-Shooter ist kein Haufen von aggressiven Spielern, sondern Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten, Herkünften mit unterschiedlichen Charaktereinstellungen.

Es liegt im Verantwortungsbereich der Eltern, der Videospielindustrie und auch der Bundesprüfstelle zu prüfen, ob das Konsumieren bestimmter Güter im Einklang mit der Erziehung steht. Bestimmte Musiker wie Marilyn Manson wurde nach dem Massaker in Columbine mitverantwortlich gemacht. Was er dazu sagt:

Bowling For Columbine – Marilyn Manson Interview | Nightshadow721

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