Was sind Berufsfachschulen?


Bildung

Jedes Jahr stehen Eltern erneut vor dieser Frage: Welche Ausbildung soll mein Kind absolvieren? Junge Menschen haben zudem oft noch keine konkreten Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Nicht alle können sich für ein Abitur mit anschließendem Studium begeistern. Viele Jugendliche möchten lieber frühzeitig arbeiten und Geld verdienen. Dafür bietet z.B. eine Lehre die Möglichkeit. Schule und Beruf können dabei miteinander kombiniert werden. Doch was tun, wenn es für die gewünschte Tätigkeit keinen Lehrberuf gibt?

Lehre an einer Berufsfachschule absolvieren – geht das?

Manchmal ist es für Eltern sehr schwierig, eine Ausbildungsstelle für ihre Sprösslinge zu finden. In solchen Fällen bieten sich Berufsfachschulen als praktische und zweckmäßige Alternativen an. Rund ein fünftel aller Jugendlichen, die lieber einen Beruf ergreifen wollen als das Abitur abzulegen und zu studieren, besuchen eine Berufsfachschule mit Berufsabschluss. Mitunter ist sie gegenüber einer Ausbildung im Rahmen einer Lehre sogar die interessantere Alternative.

Berufsfachschule – was wird dort angeboten?

In einer Berufsfachschule wird eine berufliche Ausbildung vermittelt. Dabei wird keine direkte Ausbildung oder eine berufliche Lehrtätigkeit vorausgesetzt. Dennoch zeigt die Berufsfachschule eine starke Ähnlichkeit mit der Berufslehre. Der Schwerpunkt einer Berufsfachschule liegt auf dem theoretischen Teil, begleitet von praktischen Inhalten und Praxisphasen. Bei der Berufslehre ist es umgekehrt, hier steht der praktische Teil im Fokus, begleitet vom theoretischen Unterricht in der Berufsschule.

Interessante Ausbildungsberufe erlernen an einer Berufsfachschule

Gut 2500 Berufsfachschulen gibt es in Deutschland. An ihnen können sich Jugendliche in den verschiedensten Berufen ausbilden lassen. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Masseur, Krankenpfleger, Physiotherapeut, Sozialhelfer, Fachkraft in der Pflegeassistenz, Technischer Assistent für Informatik, Denkmaltechnischer Assistent, Kaufmännischer Assistent, Wirtschaftsinformatiker, Musiker und Schauspieler. Dazu wird der Schultyp Berufsfachschule in künstlerische, technische, kaufmännische und soziale Berufe unterteilt.

Die Ausbildung an einer Berufsfachschule – Dauer und Abschluss

Bei Vollzeitunterricht dauert die Ausbildung je nach Beruf und Vorbildung zwei bis drei Jahre, bei Teilzeitunterricht ist die Ausbildungsdauer entsprechend länger. Die Bildungsgänge sind in Übereinstimmung mit der Kultusministerkonferenz geregelt. Wer seinem Kind den Besuch einer Berufsfachschule ermöglichen will, kann zwischen staatlichen und privaten Einrichtungen wählen. Während staatliche Einrichtungen kostenlos sind, müssen die Eltern für private Schulen monatlich eine Gebühr bezahlen.

Staatliche Anerkennung bei Berufsfachulen beachten

Bei der Wahl einer Berufsfachschule sollte man insbesondere darauf achten, dass der Abschluss staatlich anerkannt wird. Im ungünstigsten Fall könnte es passieren, dass man eine private und kostenpflichtige Berufsfachschule wählt, deren Abschluss keine Anerkennung bei den zuständigen Berufskammern und Verbänden findet. Das könnte die Suche nach einer Anstellung später deutlich erschweren, da das Abschlusszeugnis mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf dem Arbeitsmarkt nicht vollumfänglich akzeptiert wird. Ein weiteres Problem bei nicht anerkannten Ausbildungseinrichtungen ist die erschwerte Beantragung von Bafög.

Voraussetzungen und Vergütung beim Besuch einer Berufsfachschule

Im Unterschied zur Berufslehre muss für die Zulassung an einer Berufsfachschule oft ein mittlerer Schulabschluss nachgewiesen werden, zum Beispiel ein Realschulabschluss. Bei manchen Berufen wird zusätzlich ein Mindestalter verlangt. Obwohl keine berufliche Ausbildung oder Tätigkeit für die Zulassung vorausgesetzt wird, kann in einigen Fällen ein Praktikum Voraussetzung sein. Für manche Ausbildungsgänge ist eine Entschädigung vorgesehen, bei den meisten aber nicht.

Die Berufsfachschule endet mit einer Abschlussprüfung, bei deren Bestehen der Berufsabschluss erworben wird. Bei guten Noten können zusätzlich ein mittlerer Schulabschluss und die Fachhochschulreife erworben bzw. angehangen werden. Die Berufsfachschule darf jedoch nicht mit der Fachschule für berufliche Weiterbildungen verwechselt werden. Für deren Besuch wird eine abgeschlossene Ausbildung in einem Lehrberuf vorausgesetzt und sie dient der weiteren beruflichen Qualifizierung.

 

tookapic@pixabay.com


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